Sonntag, 12. April 2009
Once in a lifetime
Sowas denkt man sich oft, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß allein diese Denkweise absurd ist. Wenn man etwas einmal im Leben hat, dann ist es per se einzigartig. Nüchtern betrachtet hat man diese Gelegenheiten aber mehr als einmal. So geht es mir im Moment.
Ich hatte die einmalige Chance auf einen Ausbildungsplatz - und hab sie wahrgenommen.
Ich hatte die einmalige Chance meine Freundin zu treffen und für mich zu gewinnen - und ich hab sie wahrgenommen.
Ich hatte die einmalige Chance meinen Weg zu meiner Freundin zu finden (räumlich gesehen) - und hab sie genutzt.
Ich hatte die einmalige Chance ich dazu zu entscheiden, daß ioch wirklich mein Leben mit ihr verbringen will - und ich hab sie genutzt.
Viele einmalige Dinge - und dennoch ist man immer unzufrieden. Man will mehr und mehr und mehr. Man hetzt weiteren "einmaligen" Chancen hinterher, versucht sie zu erzwingen und verrennt sich dabei.
Warum ist man nie mit dem zufrieden, was man hat?
Dienstag, 24. März 2009
Life's a bitch, life's a whore - nothing less, nothing more
Mein Leben ist momentan am Nullpunkt. Beruflich ist es Scheiße, im Bezug auf meinen Freundeskreis ist es Scheiße, privat ist es Scheiße bis auf eine Ausnahme: Meine Freundin. Vielleicht sollte ich zum besseren Verständnis etwas präziser werden.
Glaubt man den Horoskopen, so bin ich der typische Skorpion bzw. nach chinesischer Sicht die typische Schlange. Ich hab mich mein Leben lang so durchgeschlängelt. Manche Sachen sind mir regelrecht zugeflogen und darauf aufbauend habe ich es stets verstanden alles andere, was einen gesteigerten Einsatz meinerseits erfordert hätte, zu kompensieren und irgendwie ans Ziel zu gelangen. Doch nun scheint es nicht mehr zu gehen.
So langsam aber sicher geht es bergab und ich bin gerade nicht in der Lage, es aufzuhalten. So scheint es mir - und das noch mehr, da der große Rückhalt meines Lebens nun auch Schäden nimmt.
Ich habe Heute ein Gespräch mit meiner Freundin gehabt, in dem sie mir sagte, was alles gerade im Argen liegt. Wir haben uns verändert. Nicht so sehr, daß wir uns trennen würden, denn dafür lieben wir uns zu sehr, aber es ist alles so verdammt anders geworden.
Wir haben uns vor Jahren im Internet kennengelernt und es war direkt diese Magie vorhanden, diese Magie, bei der man weiß: Das ist es! Oder, um mal "Ich und Ich" zu bemühen:
Nach ewigem Hickhack gipfelte das ganze in einem Umzug meinerseits in eine 600 km entfernte Welt, wo ich endlich mit ihr zusammen sein durfte. Doch Vorbei sind die Zeiten 9-und-mehr-stündiger Telefonate, Chats die ganze Nacht hindurch und Emails im Umfang von "Krieg und Frieden". Die Zeit hat uns beiden ihren Tribut abverlangt. Meine Arbeit ist alles andere als erfüllend und ihre ebenso frustrierend. Dadurch ist alles "eingeschlafen" und wird zum Teufelskreis. Ich habe Streß und kann ihr nicht das bieten, was sie verdient hat und ich geben will (über meine unendliche Liebe hinaus) und sie ist täglich ausgelaugt, so daß wir gemeinsam nebeneinander herleben... Da geht er hin, der letzte Rückhalt in unser beider Dasein... Und dies hat sie mir Heute unter Tränen erklärt. Völlig aufgelöst. Und ich war es ebenso.
Und nun sitze ich hier und suche nach Lösungen. Lösungen für Probeleme, die ich oftmals selbst verursacht habe. Was soll ich tun? Was kann ich tun? Das Leben hat für mich durchschlängenderweise "wunderbar" funktioniert, doch nun habe ich Verantwortung für einen Menschen, der nicht "Ich" heißt...
Ich kämpfe auf verlorenem Posten, scheint es, aber eines ist gewiß: Ich werde kämpfen! Ich werde Lösungen suchen! Ich werde nicht aufgeben! Niemals! Auch wenn es mich allmählich zerstört! Vielleicht kann es ja ein erster Schritt zur Rettung sein, wenn ich tue, was ich schon lange will.
Wir haben uns an einem Ostermontag unsere Liebe offenbart und an eben so einem Montag, will ich ihr die Hand reichen, um den Weg des Lebens gemeinsam bis zum bitteren Ende zu beschreiten - auch wenn ich nicht weiß, wie ich diesen Weg mit ihr beschreiten und bestreiten soll, aber ich werde es tun und ich werde 110, 120, 500, 1000 und noch unendlich viel mehr Prozent geben, diesen Weg zu meistern.
Das bin ich ihr schuldig! Das bin ich mir schuldig! Das bin ich uns schuldig, um das zu bereinigen, was ich selbst versaut habe! Life's a bitch, life's a whore, nothing less, nothing more. Das stimmt, aber nur, wenn und weil man es selbst verbockt und das Leben zur Schlampe gemacht hat.
Freitag, 13. März 2009
Boom de ya dah!
Freitag, 6. März 2009
[blank]
Naja, who the fuck cares? Zumindest gibt es eine Konstante (ok, es gibt zwei, aber die eine ist weniger "nur" eine Konstante, als vielmehr mein Leben, sprich: meine überirdische Freundin [btw: Schatz ich liebe Dich und werd schnell wieder gesund, damit die "Quarantäne" bald ein Ende hat]) - dammit, solche ellenlangen Einschübe unterbrechen jeden Fluß in diesen Posts, deshalb fang ich jetzt quasi mitten im Satz nochmal neu an - ALSO: es gibt eine Konstante (für die Wahrheit siehe "Klammereinschub mit Überlänge), die in meinem Leben existiert, und das ist der OPS (in diesem Fall Ausgabe VI). Deswegen hier der nächste (klägliche?) Versuch:
Nacht bricht an
Welt schweigend
eine Barke vergleitet
im Todesstoß
Make up your own mind...
Dienstag, 3. März 2009
OPS vs. Me - Runde V
spalte das Gedicht
löse den Nimbus
enthülle deinen Wahn
singe eine klage
und flieg
Nachtgedanken
Misery likes company - I like the way that sounds
I’ve been trying to find the meaning so I can write it down
Staring out the window it’s such a long way down
I’d like to jump but I’m afraid to hit the ground
So sieht es grad aus. Mitten in der Nacht sitz ich nun hier und höre Songs, die für Ewigkeiten in den Tiefen meiner Hirnwindungen vergraben lagen und mir nun plötzlich wieder in den Sinn kamen, um die Situation exakt zu erfassen. Es ist schon irgendwie seltsam und zugleich faszinierend, wie es unser Verstand, Unterbewußtsein und Gefühl schaffen alles auf den Punkt zu bringen, so daß wir uns selbst auf dem falschen Fuß erwischen und uns nichts entgegensetzen können...
Und so fühl ich mich - seit Wochen schon latent und genau jetzt exakt und vollkommen bewußt so. Tja, ich werde oft als Arschloch gebrandmarkt und bis es auch dann und wann, aber wenn ich ein Arschloch bin, dann ist mein inneres Ich der Gottkönig aller Arschlöcher...
Hmm, das klang jetzt sehr wirr - vermute ich. Blame it on my lack of sleep andf state of being somewhat drunk.
Staring at the paper I don’t know what to write
I’ll have my last cigarette – well turn out the lights
Maybe tomorrow I’ll feel a different way
But here in my delusion I don’t know what to say
Nun ja, das stimmt ja nun nicht ganz, denn zwischen die Zitate hat sich ja doch sowas wie Eigenleistung geschlichen und auf diesem Fundament bau ich nun auf, wenn ich hier noch ein wenig wild in der Gegend herumreflektiere.
Peter Pan
Er wollte nie erwachsen sein.
Niemals Zwängen unterwerfen, immer gegen die Konventionen leben.
Der Vernunft ins Gesicht lachen und mit dem Spaß auf ihrem Grab tanzen.
Wer beneidet ihn nicht?
Wer möchte nicht sein wie er?
Alles abstreifen, was das Leben einem aufzwingt?
Viele haben ihn kennengelernt und doch fragen sich wohl ebenso viele wer er ist.
ICH bin Peter Pan.
Ich lebe gegen die Konvention.
Tun, was mir gefällt, nicht anderen.
Die Zeit einteilen, wie ich es mag.
Nicht erwachsen sein, auch wenn der Körper altert.
Das bringt Spaß.
Das ist Freiheit.
Jeder möchte sein, wie ich.
Und ich sage: Fuck that! Ich will so sein wie ihr!
Mein Spaß ist mein Ärger.
Meine Freiheit ist mein Zwang.
Ich lebe die Lüge und tanze mit dem Unsinn am Rande des Wahnsinns.
Ich will nicht sein wie Peter Pan.
*seufz* Wie ich eingangs schrieb: Hätte ich es beim guten Klauen belassen...
Montag, 16. Februar 2009
Im [hier Himmelsrichtung nach Wunsch einfügen] nichts neues, außer dem OPS IV
Schulter die Minuten
streif über land
und ab den Zwang
leb entgegen der Uhr
Montag, 9. Februar 2009
Hoffnung und Realität
Wir betraten die Halle und das erste, was mir durch den Sinn schoß, war: "Wow! Die Musical-AG performt." Das Ganze hatte das Flair einer Schul-Aula. Eine ziemlich kleine Bühne, vor der Bühne Platz für ein 16-Mann-Orchester, der Zuschaurraum mit Reihen von schlecht gepolsterten Holzstühlen aufgefüllt und ringsherum Werbung (da in der Arena sonst die Ingolstädter Eishockeymannschaft spielt).
Nach diesem ersten Kulturschock (irgendwie erwartet man sich mehr davon, wenn man zum "Phantom der Oper" geht), nahmen wir also Platz und harrten der Dinge, die da kommen sollten . . . uns das war nicht viel.
Die 14 oder 15 Mann des Ensembles waren bemüht und lieferten eine solide Leistung ab. Nicht mehr und nicht weniger. Die Stimmen waren technisch gut, aber konnten einen nicht wirklich in ihren Bann ziehen. Dazu kam der ein oder andere falsche Ton, bzw. der Umweg sich an einen Ton in einem Bogen heranzusingen, anstatt ihn auf den Punkt zu bringen. Aber das konnte man den Darstellern nicht ankreiden. Vielmehr taten sie mir beinahe Leid, daß sie in dieser Inszenierung mitmachen "durften".
Sei es wie es sei. Der Abend schritt voran und war durchaus kurzweilig, auch wenn es eher daran lag, daß man sich darauf konzentrierte, ob noch ein Schnitzer passiert und vor allem, ob sich die Helferlein im Dunkel irgendwann gegenseitig über den Haufen rennen - denn die Szenenwechsel waren Schülertheater pur.
Das ganze Set wurde abgedunkelt und im Schutze des Zweilichts huschten schwarz gekleidete gesichtslose Gestalten über die Bühne und tauschten die Requisiten aus. Die klassischen unsung heroes des Abends.
So ging es durch den Abend und es gab ja noch ein Highlight, auf daß man wartete. „DAAAAA DADADADADAAAAAAAAAAAAAA DADAAA“
DAS Musikstück schlechthin in diesem Musical. Und der Moment näherte sich. Das Phantom entführt seinen Engel in die Katakomben, die Spannung steigt und dann . . . ist das Musical vorbei. Stark gestrafft fand alles ein Ende und OHNE DASS DAS STÜCK KAM! Ich mein „HALLO?! Wenn ich in dieses Musical gehe, dann will ich verdammt noch mal den Klassiker hören!“ Aber das wär wohl zu viel verlangt gewesen.
Fazit: Ein simples Ambiente ohne Flair, bemühte aber glanzlose Darsteller und 38 Euro (+2 Euro Parkgebühr!!!!!!!!!), die ich leider nie wiederkriegen werde, ebenso wie die investierte Zeit. Kurz: Ich bin enttäuscht...
Mittwoch, 28. Januar 2009
Phantoooooooooom der Oper, das ich leider sah...
Meine Freundin wollte Heute (bzw. Gestern) Abend mit zwei Freundinnen in eine "Das Phantom der Oper"-Aufführung. Leider (OH JA! FUCKING LEIDER!!!!!!!), ist eine davon krank, so daß es natürlich nahezu in der selben Sekunde, in der meine Freundin dies erfuhr, hies: Schatz, dann kommst du mit.
Sämtliche zunächst souverän vorgebrachten Einschränkungen, um mir die Hintertür für ein Nicht-Mitgehen offenzuhalten und die daraus resultierende Gewitterfront abzumildern, verkamen jedoch zu einem kleinlaut genuschelten "Ja klar, Schatz." Warum? Na, darum!
- "Die xxx kann nicht mit. Hat Grippe. Dafür kommst du aber mit."
- "Muß schauen, wie ich von der Arbeit wegkann. Kanns dir nicht versprechen." *solid first line, man!*
- "Aber wenn du sagst, daß du die Karten hast und die sonst verfallen? Dann geht das doch." *nice return*
- "Ja, schon, aber wenn da wieder so viel Kram zu bearbeiten ist, dann muß ich trotzdem bleiben." *hah! eat this!*
- "Außerdem hast du noch so viele Überstunden." *dammit! that's a good one*
- "Ja, schon, aber..." *come on! time to think!*
Und dann zieht sie diesen typischen Frauen-"ich-will-was-und-wenn-ich-es-nicht-kriege-dann-ist-es-allein-deine-Schuld-und-ich-bin-so-unendlich-enttäuscht-und-verletzt"-Schmollmund kombiniert mit dem patentierten typischen Frauen-"du-hast-gesagt-du-liebst-mich-beschützt-mich-und-tust-alles-für-mich"-Traurig-Blick-Joker und spricht die knock-out-words:
- "Ich hab mich aber so darauf gefreut..." *GOD! I HATE it when she does that!*
- "Ja, ich schau dann mal und werd das schon hinkriegen, Liebling." *LOSER! massive F A I L ! ! ! pwned by gf*
Nun ja, so hab ich mich abgehetzt, bin von der Arbeit aus in Richtung Heimat tiefgeflogen, hab meinen Ärger runtergeschluckt, die Preßlufthammerakkordkolonne in meinem Schädel ignoriert, innerhalb von 30 Minuten geduscht, Essen runtergewürgt, mich "ausgehfein" gemacht und die andere Freundin, die ja NICHT krank war (weswegen meine Freundin NIEMALS allein gegangen wär [GOD, I'm so fucking stupid]), eingesammelt, so daß wir pünktlich zum Einlaß dort waren.
Nach der üblichen Aufregung über das ebenso übliche Parkplatzvergabe-Raubrittergebaren (HEY! 2, in Worten: ZWEI, Euro dafür, daß ich auf einem immer leerstehenden Platz mein Auto abstelle, damit die angebliche Bewachung wie gewöhnlich als ultralange Pause weit außerhalb Hör- und Sichtweite des Parkplatzes interpretiert wird?) betraten wir die majestätische Halle namens SATURN-Arena zu Ingolstadt und was ich in den Eingeweiden dieses Molochs erlebte, das erzähl ich später, denn jetzt ruft das Bett.
Allerdings nicht ohne noch eine Anekdote, zu der ich leider (noch?) keinen Filmbeweis hab. Nach dem Heimkommen war noch etwas Glotzen-Abhängen angesagt und beim Zappen stolperte ich bei VOX gerade über den Bericht des deutschen Ausscheidens (was zwar nichts mit Exkrementen zu tun hat, aber dennoch Scheiße war, denn die Deutschen wurden ja offensichtlich beschissen und sind jetzt die Angeschissenen) stolperte. Dort wurde Heiner "the Schnauzbart of Doom" Brand bei der Verdauung der Niederlage im Kreise seiner Mannen folgendermaßen untertitelt.
"Beim nächsten Mal holen wir uns wieder, was uns hier gestolen wurde."
Wer den Fehler findet, oder besser noch einen Bildbeweis "bewegt oder statisch", der mag sich in erstem Fall darüber freuen und in zweitem Fall mir zukommen lassen.
Und jetzt endgültig "Gute Nacht"...
Montag, 26. Januar 2009
Möbelfreudenhaus


p.s.
Es arbeiten dort scheinbar auch nur Damen und keine schien älter als Mitte 30. Irgendwie hat mir das alles zu denken gegeben...
Sonntag, 25. Januar 2009
Time flies...
- "Wie spät ist es? So halb Sechs, oder?"
- "Viertel nach Fünf."
- "Ach, erst?"
- "Ja. Genaugenommen sogar erst 17:12 Uhr."
- "Ach so. Also doch schon fast halb Sechs."
Freitag, 23. Januar 2009
OPS II
Egal. Kommen wir zum Eingemachten. Wie beim ersten Mal angekündigt versuch ich ja regelmäßig mitzumischen und deshalb hier der Wortschlacht zweiter Teil:
Mörder
schweig
hetz deine Barke
steuer zur
Grenze
tausch gegenüber
Schuld durch Ungewissheit
Preis der Anonymität
Wenn man das liest, dann kommen einem wohl zwei Gedanken:
1. Verdammt! Ich hab schräge Gedanken.
2. Verdammt! Die Wortschnipsel sind echt schräg.
Zeit ist relativ
Egal, hier also die zweite Geschichte.
Es war ein ganz normaler Tag in meinem Zivi-Job gewesen und so hangelte ich mich langsam dem Feierabend entgegen, der leider noch viel zu weit weg war - und er schien in umso weitere Ferne zu rücken, als das geschehen war, wovon ich hier berichte.
Gerade aus der Mittagspause zurückgekehrt, sah ich als einzigen Patienten im Wartebereich eine junge Frau. Sie lag dort auf einer dieser Transportbahren wie man sie aus den Rettungswagen kennt. Sie war an einen Tropf angeschlossen, trug eine Sauerstofmaske und hatte die Augen geschlossen. In ihrer Begleitung befand sich ein Rettungssanitäter. Ich begab mich an meine Arbeit und als ich nach einer knappen halben Stunde wieder dort vorbeikam, um etwas zur Sekretärin des zuständigen Doktors zu bringen war die Frau schon fort. Ich betrat das Büro und fand mich dort einer kleinen Versammlung eines Teils unserer Belegschaft gegenüber, welche allesamt sehr betroffen wirkten. Noch ehe ich nach dem Grund fragen konnte, wurde er mir bereits mitgeteilt.
Es ging um die junge Frau. Sie war erst 21, ihr Mann knapp 3 Jahre Älter und sie hatten eine kleine Tochter von ca. 2 Jahren. Eingeliefert wurde sie, nachdem sie aus heiterem Himmel zusammengebrochen und nicht mehr aufgewacht war. Die Ärzte konnten nur noch den Hirntod feststellen und nichts mehr tun.
Das war mein zweites Schlüsselerlebnis in der Zivi-Zeit und dies trage ich ebenso wie das erste in all seiner Heftigkeit in mir, so daß es von Zeit zu Zeit wieder hochkommt und von der ich bis Heute nicht weiß, wie ich sie genau einordnen soll.
Dienstag, 20. Januar 2009
Running in circles
Solch ein Stein fiel Heute auch in mich. Er fiel in die Wasser meiner Leere und zerbrach, als er am Grunde aufkam, ein gut verschlossenes, aber zerbrechliches Gefäß, dessen Inhalt zur Oberfläche stieg und nun dort auf den Wellenkreisen tanzt, so daß er nicht zu übersehen ist.
Ich mußte an meine Zivi-Zeit denken. Damals mit 19, frisch dem behüteten Gymnasiastenleben entsprungen, war dies der erste echte Kontakt mit der echten Welt. Ich bewarb mich um eine Stelle bei einem Krankenhaus in direkter Nähe. Nach einem kurzen Gespräch in der Personalabteilung wurde ich in die Neurologie eingeteilt. Ein entspannter Job. Hauptsächlich Akten verwalten, Post erledigen, diktierte Befunde zur Schreibstube tragen und das geschriebene Wort zurückbringen. Dazu noch der Ausblick auf Patientenkontakte der angenehmen Art. Keine Operationen, kein Blut, kein Waschen und aufs Klo helfen, höchstens mal einen Patienten von der Station holen oder dorthin bringen und mal ein freundliches Wort für diejenigen, welche alleine im Wartebereich saßen (was selten vorkam, denn als neurologische Fachabteilung mit Untersuchungen und Gutachten für halb NRW war eben jener Wartebereich eigentlich immer gut besucht). Kurz gesagt: Ich freute mich auf lockere 13 Monate Dienst fürs Vaterland. Wie dumm ich war, denn auch wenn mich die Schulzeit alles mögliche über Kurvendiskussionen, literarische Epochen, Kettenreaktionen usw. gelehrt hatte, so war eines auf der Strecke geblieben: Der Umgang mit der geifbaren Welt, die täglich um uns herum ist, die Menschen, die in ihr leben, und ihre Schicksale, die dort in jener Neurologie so wie in jedem Krankenhaus der Welt nicht ihre Schicksale bleiben, sondern zu den Schicksalen aller werden, die dort arbeiten, da sie es hautnah miterleben.
Diesen Schicksalen konnte auch ich nicht entgehen. Und zwei von ihnen, das positivste und das negativste, sind nun an die Oberfläche getrieben, als der Stein das Gefäß zerbrach, in welchem ich sie sorgsam verstaut hatte, teils um sie zu vergessen, teils um sie als wertvolle Erfahrung für mein Leben zu konservieren. Und diese Erfahrungen möchte ich nun, da sie befreit wurden, hier niederschreiben, doch stellt sich die Frage, wie man beginnen soll? Welche Reihenfolge wähle ich? Das Schlimme zuerst, damit das Gute die Sache versöhnt, oder doch erst das Gute und so das Schlimme vielleicht noch schlimmer scheinen lassen?
Wie würdet ihr das entscheiden? Ich habe es wie folgt getan: Ich habe es dem Zufall überlassen und eine Münze geworfen.
Da war dieser Junge. "Junge", klingt vielleicht zu schwach, immerhin war er bereits 15 oder 16. Ich weiß es nicht mehr genau, aber auf dieses eine Jahr kommt es nicht an.
Als ich ihn das erste Mal sah, war es schon kurz vor Feierabend und so saßen er und seine Eltern allein im Wartebereich - die Eltern auf den Stühlen und er im Rollstuhl. Da ich den Grund seines Daseins nicht kannte und er sehr fröhlich wirkte (er lächelte und scherzte mit seinen Eltern, wie er es immer tat, wenn ich ihn wieder bei uns sah), nahm ich nichts schwerwiegendes an. Vermutlich irgendein schlimmer Bruch, bei dem die Muskeln und Nerven irgendwie gelitten hatten, so daß er vorerst im Rollstuhl sitzen muß. So etwas hatte ich bei uns schon ein- oder zweimal vorher gesehen. Weiter kamen meine Gedanken jedoch nicht, da man zum einen schon wieder nach mir rief und zum anderen der Arzt in den Wartebreich kam und den Jungen und seine Eltern hineinbat.
Es dauerte einige Wochen, ehe ich ihn wieder sah. Die Situation war annähernd die Gleiche wie beim ersten Mal: Später Nachmittag, der Junge in Begleitung seiner Eltern und fröhlich wie zuvor. Wieder dachte ich mir nichts Besonderes.
Als ich dann aber wieder einige Wochen später sah, wurde ich stutzig. Er saß nach wie vor im Rollstuhl, so daß ich von meiner Theorie mit den Nachwirkungen eines schweren Bruchs abkam und beschloß nachzufragen. Wie es der Zufall wollte, mußte ich direkt nachdem der Junge seinen Termin beim Arzt hinter sich hatte, eben zu jenem Herrn Doktor und nutzte die Gelegenheit nachzufragen. Die Antwort, die ich erhielt, schockierte mich. Der Junge litt an Muskelschwund, welcher in früher Kindheit ausgebrochen und unaufhaltsam war, so daß er in (nach normalen Maßstäben gerechnet) recht früh sein Leben beenden würde. Das, as mich jedoch noch mehr schockierte (damals, denn Heute macht es mir Mut und lehrt mich auch immer wieder ein wenig Demut): Er wußte es. Er wußte über alles genau Bescheid. Er wußte jede Einzelheit - und er war immer fröhlich, ganz gleich ob es ihm an einem Tag besser oder schlechter ging. Er war fröhlich.
Das befremdete mich gewaltig. Ich wußte nicht, was ich von so etwas halten sollte. Doch das änderte sich. Meine gesamte Zivi-Zeit hindurch sah ich ihn in regelmäßigen Abständen wieder und von Mal zu Mal beeindruckte er mich mehr und ich zollte ihm Respekt, denn zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich jemanden getroffen, der sich diese Art von Achtung verdient hat. Gesprochen habe ich mit ihm nie. Er war ja auch nie allein und ich hätte auch gar nicht gewußt, was ich ihm sagen soll, aber dennoch haben wir kommuniziert. Immer, wenn ich ihn sah, lächelte ich ihm zu und er lächelte jedes Mal zurück.
Hmm, der ganze Text ist jetzt schon verflucht lang geworden. Viel länger als es vermutlich jemand lesen mag. ;) Deswegen beende ich das Ganze hier und schiebe das zweite Erlebnis Morgen nach. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, wer der Stein war, der die Wellen schlug.
Montag, 19. Januar 2009
Wortspiel incoming
Samstag, 17. Januar 2009
Wasting time... in a way
Dawn of the blöd
Freitag, 16. Januar 2009
Mal was Geschmackvolles
ich wende mich hier an sie aufgrund einer Studie, welche ich über Jahre hinweg bezüglich ihrer Snack-Produkte geführt habe. Intensive sensorische Erfassung ihrer Erzeugnisse hat ein eindeutiges Ergebnis herbeigeführt:
Je weiter man sich dem Boden der Packung nähert, nimmt die Größe der jeweiligen Knabbereistückchen ab, aber zeitgleich wird das Geschmackserlebnis umso intensiver und gehaltvoller! Man kann somit als gesichertes Ergebnis festhalten, daß es eine direkte Abhängigkeit zwischen schwindendem Inhalt, abnehmender Teilchengröße und Zunahme des Geschmacks gibt.
Daher möchte ich sie an dieser Stelle höflichst darum bitten, das Resultat meiner Studie zugrundelegend, ihre Produktion dahingehend umzustellen, daß nur noch jene Erzeugnisse ihren Weg in die Packungen finden, welche nach momentanem Stand lediglich das untere Drittel (eben das gehaltvollste) der Ware ausmachen.
Dies würde für alle Beteiligten nur Vorteile bringen. Wir, die geneigte Käuferschaft, hätten mehr "value for money" und sie könnten zudem eine noch näher zu beziffernde Menge Geldes in der Herstellung sparen, da sich, wie allgemein bekannt, die Produktion kleiner Teile, welche zugleich in sich technisch nicht komplex sind (was für Knabber-Erzeugnisse definitiv gilt) deutlich einfacher gestaltet als es bei größeren Varianten des selben Erzeugnisses der Fall ist.
Ich hoffe sehr, daß sie sich dieses Schreiben zu Herzen nehmen und verbleibe bis dahin in der freudigen Erwartung schon bald die positiven Ergebnisse in den Regalen meiner Knabberwarenbezugsörtlichkeiten vorzufinden.
Hochachtungsvoll,
mabo
Töten! TÖTEN! TÖÖÖÖÖTEN!!!!
Hab die Zeit hauptsächlich damit totgeschlagen nicht einzuschlafen und mir zu diesem Zweck die "Madness Combat"-Flash Movies von Matt "Krinkels" Jolly anzuschauen (siehe Links, also eigentlich Rechts).
Schaut rein. Wenn ihr sie noch nicht kennt: Enjoy!
Wenn ihr sie schon kennt: Enjoy 'em again!
Mir zaubern die Filmchen immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht...